Wie Peter und Oliver mit Diabetes leben
Wie sieht die Diabetestherapie im Alltag aus? Hier erzählen Peter und Oliver aus ihrem Leben mit Typ 2 Diabetes.
Die Diagnose Typ 2 Diabetes bringt Veränderungen mit sich. Wenn du gerade erst davon erfahren hast, findest du hier Orientierung für die nächsten Schritte und deinen neuen Alltag.
Mit Typ 2 Diabetes zu leben, betrifft viele Menschen. In Deutschland gibt es aktuell rund 11 Millionen Menschen mit Diabetes, darunter mindestens 9 Millionen mit einem diagnostizierten Typ 2 Diabetes.1 Diese Zahlen zeigen: Du bist mit deiner Diagnose nicht allein – und viele andere haben bereits ihren Weg damit gefunden.
Gleichzeitig kann sich die erste Zeit nach der Diagnose ungewohnt anfühlen. Vielleicht bist du unsicher, wie du damit umgehen sollst oder wie dein Umfeld reagieren wird. Im Folgenden erfährst du, wie sich das Leben mit Diabetes gestalten lässt und wie sich Familie, Beruf und Freizeit damit vereinbaren lassen.
Die Diagnose Typ 2 Diabetes bedeutet zwar eine Veränderung, aber dein Alltag lässt sich auch weiterhin mit dem Diabetes gut gestalten. Gemeinsam mit deinem Arzt oder deiner Ärztin schaust du dir an, welche Veränderungen für dich sinnvoll sind – häufig beginnen sie mit Anpassungen des Lebensstils . Wenn nötig, können auch Medikamente Teil der Diabetes-Behandlung sein. Mit der Zeit entsteht so ein individueller Umgang, der deine Gesundheit langfristig schützt, Folgeerkrankungen vorbeugt und der zu deinem Leben passt.
Gerade am Anfang kann es sich ungewohnt anfühlen, über die eigene Diagnose zu sprechen – zum Beispiel im Freundeskreis oder im Job. Gleichzeitig kann es helfen, offen über die Erkrankung zu sprechen: Wenn dein soziales Umfeld versteht, wie es dir geht und welche Bedürfnisse du hast, lassen sich Unsicherheiten oft leichter ausräumen – auch mögliche Vorbehalte rund um Diabetes entstehen meist nur aus fehlendem Wissen.
Unterstützung bekommst du dabei aus verschiedenen Richtungen. Gespräche mit deinem Arzt oder deiner Ärztin geben dir medizinische Orientierung und bieten auf Basis der Nationalen Versorgungsleitlinie zu Typ 2 Diabetes eine klare Grundlage dafür, welche Behandlungsschritte sinnvoll sind. Gleichzeitig berichten viele Betroffene, dass der Austausch mit anderen Menschen mit Typ 2 Diabetes ihnen hilft.
Hier findest du Antworten auf Fragen, zum Beispiel zum Alltag oder zum Job, die viele Menschen direkt nach der Diagnose beschäftigen.
Viele fragen sich, wie sich der Alltag mit Typ 2 Diabetes verändern wird. Zu Beginn stehen oft folgende Schritte im Fokus:
Eine wichtige Rolle spielt bei Typ 2 Diabetes der Blutzuckerspiegel . Er kann sich im Laufe des Tages verändern und reagiert bei Menschen mit Typ 2 Diabetes auf viele Einflüsse. Wenn du lernst, was die Ursachen dafür sind und wie du diese verhinderst, kannst du die sogenannten hyperglykämischen („überzuckerten“) und hypoglykämischen („unterzuckerten“) Episoden vermeiden. So baust du Wissen auf und lernst mit der Zeit, deinen eigenen Körper besser kennenzulernen: Wie reagierst du auf bestimmte Lebensmittel, Bewegung oder auch Stress? Dieses Verständnis entwickelt sich nach und nach und hilft dir, mehr Kontrolle im Umgang mit deiner Erkrankung zu gewinnen und deinen Alltag bewusster zu gestalten.
Wenn dabei nicht immer alles wie geplant läuft, ist das völlig in Ordnung. Das Leben mit der Neudiagnose Typ 2 Diabetes ist ein Prozess, in dem du mit der Zeit deinen eigenen Weg findest.
Als Mensch mit Diabetes kannst du in der Regel deinem gewohnten Beruf nachgehen. In einzelnen Fällen können bei sicherheitskritischen Berufen, wie zum Beispiel Dachdecker:in oder Gebäudereiniger:in, und Tätigkeiten wie Berufskraftfahrer:in, Busfahrer:in oder Polizist:in Einschränkungen bestehen.
Diese Dinge können dich in deinem Arbeitsalltag unterstützen:
Alkohol ist nicht risikofrei. Am risikoärmsten ist es, keinen Alkohol zu trinken. Für Menschen mit Typ 2 Diabetes gibt es dabei einige Besonderheiten: Alkohol kann die Blutzuckerwerte schwerer vorhersehbar machen und, abhängig von der Behandlung, auch noch Stunden später eine Unterzuckerung begünstigen. Besonders relevant ist dies bei einer Therapie mit Insulin oder bestimmten blutzuckersenkenden Medikamenten. Zudem enthält Alkohol viele Kalorien und kann unter anderem Leber und Bauchspeicheldrüse belasten.
Wenn du dennoch Alkohol trinken möchtest, sprich am besten mit deinem Arzt oder deiner Ärztin darüber, ob aufgrund deiner Therapie oder möglicher Begleiterkrankungen besondere Risiken bestehen. Trinke möglichst nicht auf nüchternen Magen, vermeide größere Mengen Alkohol und ändere deine Medikation nicht eigenständig. Wenn bei deiner Therapie Unterzuckerungen möglich sind, halte dich an dein individuell vereinbartes Vorgehen und trage schnell wirksame Kohlenhydrate, zum Beispiel in Form eines Snacks, bei dir.2
Alkohol kann den Blutzucker bei Menschen mit Diabetes auf unterschiedliche Weise beeinflussen und ihn insgesamt schwerer vorhersehbar machen. Kurzfristig kann der Blutzucker zunächst ansteigen, vor allem wenn das Getränk Zucker enthält, wie etwa bei Bier oder süßen Mixgetränken.
Der wichtigere und oft gefährlichere Effekt zeigt sich jedoch einige Stunden später: Alkohol hemmt in der Leber die Freisetzung von Zucker ins Blut, weil die Leber stattdessen mit dem Abbau des Alkohols beschäftigt ist. Dadurch kann der Blutzucker deutlich absinken, insbesondere bei Menschen, die Insulin oder bestimmte blutzuckersenkende Medikamente einnehmen. Diese Unterzuckerung tritt häufig verzögert auf, zum Beispiel nachts oder mehrere Stunden nach dem Trinken, und kann durch den Alkohol zusätzlich schwerer erkannt werden, da sich die Symptome ähneln.
Insgesamt führt Alkohol somit dazu, dass der Blutzucker weniger gut reguliert wird und insbesondere das Risiko für späte Unterzuckerungen steigt, weshalb besondere Vorsicht geboten ist.
Wenn du Alkohol zu dir nehmen möchtest, können folgende Tipps helfen:
Mit guter Vorbereitung, bewusster Auswahl der Getränke und gegegebenfalls regelmäßiger Kontrolle des Blutzuckers ist ein gelegentlicher, maßvoller Alkoholkonsum in vielen Fällen möglich – wichtig ist aber, die individuellen Risiken zu kennen und sich von seinem Diabetesteam im Umgang mit Alkohol beraten zu lassen.
Grundsätzlich sind Diabetes-Medikamente dafür da, deinen Blutzucker zu stabilisieren. Ob Alkohol das Risiko für eine Unterzuckerung erhöht, hängt davon ab, welche Medikamente du einnimmst. Besonders relevant ist das bei einer Behandlung mit Insulin oder bestimmten blutzuckersenkenden Tabletten, den sogenannten Sulfonylharnstoffen. Auch Bewegung, z.B. Tanzen oder wenn du länger aktiv bist, kann dazu beitragen, dass dein Blutzucker weiter sinkt. Deshalb kann es helfen, vor und während des Genusses von Alkohol ausreichend Kohlenhydrate zu sich zu nehmen, um deinem Körper ausreichend Glucose bereitzustellen, und auf die Signale deines Körpers zu achten.
Wenn dein Typ 2 Diabetes noch nicht stabil eingestellt ist, solltest du erst einmal keinen Alkohol trinken. Denn eine korrekte Einstellung ist die Voraussetzung für einen unbeschwerten Alltag – und für verantwortungsbewusstes Feiern. Generell gilt: wie du Alkohol verträgst, hängt stark von deiner persönlichen Situation ab. Ein Gespräch mit deinem Arzt oder deiner Ärztin kann dir dabei helfen, deinen eigenen Umgang damit besser einzuschätzen.
Mit Typ 2 Diabetes zu leben bedeutet, sein Leben an eine neue Realität anzupassen. Das geht natürlich nicht von heute auf morgen. Gleichzeitig ist die Diagnose eine Aufforderung, die eigene Lebensweise zu überdenken und an einigen Stellen zu verändern. Entscheidend ist, die gemeinsam mit dem Arzt oder der Ärztin festgelegten Behandlungsziele wirklich umzusetzen. Auf diese Weise lassen sich Sicherheit und Selbstvertrauen im Alltag aufbauen. Und in der richtigen Balance kann der Alltag weiterhin aktiv, erfüllend und lebenswert bleiben.
Du bist vor Kurzem mit Typ 2 Diabetes diagnostiziert worden und möchtest dich für deinen nächsten Arzttermin vorbereiten? Hole dir das kostenlose PDF mit nützlichen Fragen.
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