GLP-1 Rezeptoragonisten
GLP-1 Rezeptoragonisten können die Blutzuckerkontrolle bei Typ 2 Diabetes unterstützen. Lies hier mehr über Wirkung und Vorteile.
Bei dir oder Angehörigen wurde Typ 2 Diabetes festgestellt? Dann fragst du dich wahrscheinlich, wie es jetzt weitergeht und was du tun kannst. Für die Behandlung ist in der Regel ein stufenweises Vorgehen vorgesehen. Dabei werden auch Begleiterkrankungen und Lebensumstände berücksichtigt und dein Arzt oder deine Ärztin spricht mit dir im Detail ab, wie die Behandlung deines Typ 2 Diabetes für dich aussehen kann. Auf dieser Seite findest du eine verständliche Übersicht über die gängigen Ansätze.
Bei Typ 2 Diabetes besprichst du im ersten Schritt gemeinsam mit deinem Arzt oder deiner Ärztin deine Behandlungsziele. Grundlage dafür bilden medizinische Leitlinien wie die Nationale Versorgungsleitlinie (NVL) Typ 2 Diabetes1, die eine individuell abgestimmte Behandlung empfiehlt. Welche Ziele für dich sinnvoll sind, hängt von deinem Krankheitsverlauf und deinen Lebensumständen ab: Messbare Werte wie Blutzucker, Blutfett, Blutdruck und Gewicht spielen ebenso eine Rolle wie deine Gewohnheiten und persönlichen Voraussetzungen.
Ein langfristiges Ziel der Behandlung bei Typ 2 Diabetes kann beispielsweise sein, den Langzeitblutzuckerwert HbA1c auf ein bestimmtes Level zu bringen, um mögliche diabetische Folgeerkrankungen zu reduzieren. Der für dich ideale HbA1c-Wert hängt von verschiedenen Faktoren ab. Dazu gehören unter anderem:
Deshalb sprechen Mediziner:innen auch von einem „patientenindividuellen Zielkorridor“. Ist dieser abgesteckt, kann eine geeignete Therapieform ausgewählt werden.
Auf Basis der individuell festgelegten Ziele erfolgt die Behandlung in einem stufenweisen Vorgehen: Zunächst geht es darum, den Lebensstil anzupassen, z.B. die Ernährung umzustellen oder mehr Bewegung in den Alltag zu integrieren. Reicht das nicht aus, werden Medikamente ergänzt. Je nach individueller Situation, z.B. bei Herz- oder Nierenerkrankungen, werden unterschiedliche Wirkstoffe eingesetzt. Welche Behandlungsstufen es gibt und wie sie eingesetzt werden, erfährst du im Folgenden.
Im Video berichtet Sebastian Alsleben, Hausarzt & Medfluencer, was sich in den letzten Jahren bei der Therapie von Typ 2 Diabetes getan hat und welche Medikamente wann zum Einsatz kommen. (DE26DI0029)
Die Basistherapie ist ein wichtiger Bestandteil der Behandlung des Typ 2 Diabetes und setzt beim Lebensstil an. Zu den Risikofaktoren zählen unter anderem mangelnde Bewegung, eine zuckerreiche Ernährung, Übergewicht, Stress und Rauchen.
Mit einer Änderung deines Lebensstils kannst du den Verlauf des Typ 2 Diabetes positiv beeinflussen und Folgeerkrankungen wie z.B. Herz-Kreislauf-Erkrankungen gezielt vorbeugen. Zur Basistherapie zählen hauptsächlich eine Ernährungsumstellung, mehr Bewegung und ggf. eine Raucherentwöhnung.
Ist dein Typ 2 Diabetes noch im Anfangsstadium, wird dein Arzt oder deine Ärztin mit dir über deine Gewohnheiten sprechen und abstecken, wo du etwas ändern kannst. Unterstützung bieten hier Diabetes-Schulungen mit Informationen rund um gesunde Ernährung und Bewegung.
Du hast deinen Lebensstil erfolgreich geändert, doch dein Blutzucker bleibt erhöht? Erst einmal: Du kannst stolz auf dich sein und solltest unbedingt am Ball bleiben! Jeder Verlauf ist anders und nicht alles beeinflussbar.
Zur Behandlung von Typ 2 Diabetes stehen verschiedene Medikamente zur Verfügung. Um den chronisch erhöhten Blutzuckerspiegel zu senken, kann die Basistherapie um Medikamente ergänzt werden: zum Beispiel durch Tabletten, sogenannte orale Antidiabetika, oder durch GLP-1 Rezeptoragonisten, die ins Unterhautfettgewebe gespritzt werden – keine Sorge, die dafür verwendeten Nadeln sind sehr kurz, fein und in der Regel kaum spürbar.
Dazu gehören folgende Wirkstoffgruppen:
ist ein Wirkstoff, der die Zuckerproduktion in der Leber hemmt, sodass weniger Zucker ins Blut gelangt. Außerdem verbessert sich unter einer Behandlung mit Metformin auch die Wirkung des körpereigenen Insulins wieder.
Metformin wird als Tablette eingenommen, meist ein- bis zweimal täglich zu den Mahlzeiten.
Es wird üblicherweise zu Beginn einer medikamentösen Behandlung von Typ 2 Diabetes eingesetzt – zusätzlich zur Anpassung des Lebensstils – und lässt sich gut mit anderen blutzuckersenkenden Medikamenten kombinieren. In der Regel führt es weder zu Unterzuckerung noch zu einer Gewichtszunahme.2
sind Wirkstoffe, die die Wirkung des körpereigenen Darmhormons GLP-1 unterstützen. Dieses wird im Darm freigesetzt, sobald Nahrung aufgenommen wird, und hilft, den Blutzucker zu regulieren. GLP-1 RA-Präparate greifen diesen Mechanismus auf und fördern die Insulinausschüttung, wenn der Blutzuckerspiegel erhöht ist. Gleichzeitig verlangsamen sie die Magenentleerung, erhöhen das Sättigungsgefühl und reduzieren den Appetit, was zu einer Gewichtsabnahme beitragen kann. Doch GLP-1 RA-Präparate werden nicht nur wegen ihrer Wirkung auf den Blutzucker und das Körpergewicht beachtet. Auch im Zusammenhang mit der Senkung von Risiken für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall sowie Nierenerkrankungen spielen sie eine wichtige Rolle.
GLP-1 RA-Präparate werden üblicherweise einmal wöchentlich mit einem Injektionspen verabreicht.
GLP-1 RA basierte Therapie kommt bei der Behandlung von Typ 2 Diabetes zusätzlich zur Lebensstilanpassung und Metformin zum Einsatz. Diese moderne Diabetestherapie ist mit einem geringen Risiko für Unterzuckerungen verbunden und kann mit anderen blutzuckersenkenden Medikamenten kombiniert werde.
Erfahre mehr über GLP-1-Therapien und wie sie dich im Alltag unterstützen können.
sind Wirkstoffe, die an den Nieren ansetzen. Dort hemmen sie einen Transportmechanismus, durch den Zucker aus dem Harn zurück ins Blut gelangt. Dadurch wird mehr Zucker über den Urin ausgeschieden und der Blutzuckerspiegel kann gesenkt werden. SGLT-2 Inhibitoren werden in der Regel einmal täglich als Tablette eingenommen.
Sie werden bei der Behandlung von Typ 2 Diabetes zum Beispiel eingesetzt, wenn der Blutzucker nicht ausreichend eingestellt ist, vor allem bei Menschen mit einer Herzschwäche oder einer chronischen Nierenerkrankung.3
sind Wirkstoffe, die den Abbau bestimmter Darmhormone verlangsamen. Dadurch kann das körpereigene Hormon GLP-1 länger wirken und die Insulinausschüttung unterstützen, wenn der Blutzuckerspiegel erhöht ist. Gleichzeitig kann die Zuckerproduktion in der Leber verringert werden.
DPP-4 Hemmer werden als Tablette eingenommen, in der Regel einmal täglich.
Sie können eingesetzt und mit anderen blutzuckersenkenden Medikamenten kombiniert werden. In der Regel sind sie gut verträglich und mit einem geringen Risiko für Unterzuckerungen verbunden.3
sind Wirkstoffe, die Bauchspeicheldrüse dazu anregen, mehr körpereigenes Insulin zu produzieren. Dadurch wird mehr Insulin ins Blut abgegeben, was dazu beitragen kann, den Blutzuckerspiegel zu senken.
Sulfonylharnstoffe werden als Tablette eingenommen, in der Regel einmal täglich.
Sie können den Blutzuckerspiegel senken und sind einfach in der Anwendung, gehen jedoch mit einem erhöhten Risiko für Unterzuckerungen einher, da sie unabhängig vom Blutzuckerspiegel wirken.4
ist ein körpereigenes Hormon, das die Aufnahme von Zucker in die Körperzellen fördert und so den Blutzuckerspiegel senkt. Reicht die körpereigene Insulinproduktion bei fortschreitendem Typ 2 Diabetes nicht mehr aus, kann Insulin von außen zugeführt werden, um den Blutzucker zu regulieren.
Insulin wird mit einem Insulinpen verabreicht. In der Regel wird eine Insulintherapie mit sogenanntem Basalinsulin begonnen, welches einmal täglich oder als Wocheninsulin verabreicht werden kann. Reicht eine Basalinsulin-Therapie nicht mehr aus, kann ergänzend noch ein kurz wirksames Insulin zu einer oder mehreren Mahlzeiten ergänzt werden.
Insulin kann eingesetzt werden, wenn andere blutzuckersenkende Maßnahmen nicht ausreichen und wird dann häufig zur schon bestehenden Diabetestherapie ergänzt.
Die Dosierung von Insulin kann individuell angepasst werden, um den Blutzuckerspiegel gezielt zu steuern. Patienten, die eine Insulintherapie erhalten, werden im Umgang mit dem Insulinpen, der Insulinwirkung und dem Umgang mit einer Unterzuckerung geschult.
Erfahre hierzu auch mehr in unserem Artikel über Antidiabetika.
Wie können GLP-1 Medikamente dabei unterstützen, das Risiko für Folgeerkrankungen zu senken?
Bei Typ 2 Diabetes ist das Risiko für Folgeerkrankungen an Herz, Nieren und Blutgefäßen erhöht. Eine medikamentöse Therapie kann dazu beitragen, dieses Risiko zu reduzieren. Erfahre mehr im Video von Dr. Liebl.
Ein gesunder Lebensstil und die medikamentöse Therapie mit Antidiabetika stellen die ersten beiden Stufen der Typ 2 Diabetes-Behandlung dar. Sie helfen den Blutzuckerspiegel zu senken und die Herstellung bzw. Ausschüttung von körpereigenem Insulin anzuregen.
Im Laufe der Zeit produzieren viele Menschen mit Typ 2 Diabetes jedoch nicht mehr ausreichend eigenes Insulin. In diesem Fall sowie einigen Sonderfällen (bspw. bei einem schweren Infekt, einer Operation oder stark eingeschränkter Nierenfunktion) kommt die Insulintherapie zum Einsatz. In solchen Fällen wird Insulin gespritzt, um den Blutzucker zu regulieren. Es gibt unterschiedliche Therapieansätze und Arten von Insulin. Welche davon für dich geeignet sind, hängt von deinen Blutzuckerwerten und teilweise auch von deinen Gewohnheiten ab. Ziel ist, dass die Typ 2 Diabetes-Behandlung in deinen Alltag passt und die Lebensqualität aufrecht erhält.
Wie ist es bei dir?
Welche Therapieform für Typ 2 Diabetes erhältst du gerade?
Welche Therapieform für Typ 2 Diabetes erhältst du gerade?
Typ 2 Diabetes wird stufenweise behandelt: Zunächst werden Lebensstilfaktoren wie Ernährung und Bewegung angepasst. Reicht das nicht aus, können Medikamente wie Metformin, GLP-1 Rezeptoragonisten oder SGLT-2 Inhibitoren ergänzt werden. Wenn der Körper nicht mehr genug eigenes Insulin produziert, kann eine Insulintherapie notwendig werden.
Die Basistherapie umfasst eine Ernährungsanpassung, regelmäßige Bewegung, Diabetes-Schulungen und – wenn nötig – eine Raucherentwöhnung. Sie ist die erste und wichtige Stufe der gesamten Diabetesbehandlung.
Häufig eingesetzte Medikamente bei Typ 2 Diabetes sind Metformin, GLP-1 Rezeptoragonisten, SGLT-2 Inhibitoren, DPP-4 Hemmer und Insulin. Sie wirken auf unterschiedlich Weise, um den Blutzucker zu kontrollieren. Moderne Präparate wie GLP-1 Rezeptoragonisten senken zudem das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall sowie Nierenerkrankungen.
Eine Insulintherapie wird notwendig, wenn der Körper zu wenig eigenes Insulin produziert oder besondere medizinische Situationen auftreten, zum Beispiel bei schweren Infektionen, Operationen oder fortgeschrittener Erkrankung. Sie kommt meist zum Einsatz, wenn Lebensstiländerungen und andere blutzuckersenkende Medikamente nicht ausreichen.
DE26DI00197