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Wie entstehen diabetische Folgeerkrankungen?

Bei Diabetes gerät dein Blutzucker aus dem Gleichgewicht. Bleibt der Diabetes unbehandelt oder schlecht eingestellt, kann ein dauerhaft erhöhter Blutzucker deine Blutgefäße stark belasten.

Die Folge: Die Gefäße verengen sich, der Blutfluss wird eingeschränkt und wichtige Organe werden schlechter mit Sauerstoff versorgt. Solche Gefäßveränderungen können zahlreiche Folgeerkrankungen bei Diabetes begünstigen, da verschiedene Organe und Körperpartien betroffen sein können. 

Zu den diabetischen Folgeerkrankungen, die durch die Schädigungen an Gefäßen und Nerven entstehen, zählen u.a. Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Sehstörungen und das diabetische Fußsyndrom. Eine frühzeitige Diagnose von Diabetes sowie eine individuell abgestimmte Therapie sind deshalb entscheidend, um Folgeerkrankungen vorzubeugen. Erfahre hier mehr darüber.

Informiert mit Diabetes

Wie hängen Typ 2 Diabetes und Folgeerkrankungen zusammen?

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Wie stark erhöht Diabetes das Risiko für Folgeerkrankungen?

Dauerhaft erhöhte Blutzuckerwerte durch Diabetes mellitus belasten Blutgefäße, Nerven sowie Organe wie Herz und Nieren. Menschen mit Typ 2 Diabetes haben deshalb im Vergleich zu Personen ohne Diabetes ein deutlich erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen: 

  • Insgesamt ist ihr Risiko für eine Herz- oder Gefäßerkrankung um etwa 60 % höher.1
  • Das Schlaganfallrisiko steigt um rund 54 %, das Risiko für einen Herzinfarkt sogar um etwa 73 %.1

Im Folgenden erfährst du, welche Arten von diabetischen Begleiterkrankungen es gibt und welche Organe und Körperpartien besonders betroffen sind.

Schädigungen an den großen Gefäßen

Gefäßverengungen im Herz-Kreislauf-System und im Gehirn

Zu den häufigsten Folgeerkrankungen bei Diabetes gehören Herz-Kreislauf-Erkrankungen durch Verstopfungen und Ablagerungen in den Gefäßen, beispielsweise in den peripheren Gefäßen, am Herzen und den Hals- und Hirngefäßen. Im schlimmsten Fall können die Gefäßveränderungen also beispielsweise zu einem Herzinfarkt oder einem Schlaganfall führen.

Schädigungen an den kleinen Gefäßen

Erkrankungen der Niere

Ein unbehandelter Diabetes kann die feinen Blutgefäße der Nieren schädigen. In der Folge verlieren die Nieren zunehmend ihre Filterfunktion – es kann zu einer chronischen Nierenschwäche bis hin zur Niereninsuffizienz kommen.

Erkrankungen des Auges

Auch die Augen sind aufgrund von Schädigungen an den Gefäßen von diabetischen Folgeerkrankungen häufig betroffen. Die Veränderungen entstehen oft schleichend und bleiben lange unbemerkt. Typische Anzeichen sind unscharfes Sehen, dunkle Flecken oder rote Schleier im Sichtfeld. Unbehandelt können diese Diabetes-Folgen im schlimmsten Fall zur Erblindung führen.

Schädigungen an den Nerven und weitere Folgeerkrankungen

Erkrankungen der Nerven

Sogenannte Neuropathien, Erkrankungen des Nervensystems, können ebenfalls eine Folge von Diabetes sein. Dauerhaft erhöhte Blutzuckerwerte können Nervenzellen schädigen. Betroffene haben beispielsweise Taubheitsgefühle in Händen oder Füßen. Im späteren Verlauf eines Typ 2 Diabetes kann es sogar zu Funktions- und Bewegungseinschränkungen am jeweils betroffenen Organ kommen. Prinzipiell könnte jedes Organ von der Neuropathie betroffen sein. Sowohl Männer als auch Frauen können zudem unter sexuellen Funktionsstörungen leiden.

Diabetisches Fußsyndrom

Das diabetische Fußsyndrom entsteht durch eine Kombination aus Nervenschäden und Durchblutungsstörungen. Verletzungen werden oft zu spät bemerkt und heilen schlecht. Unbehandelt kann dies zu schwerwiegenden Komplikationen bis hin zu Amputationen führen.  Jeder 3. bis 5. Mensch mit Diabetes leidet im Laufe des Lebens mindestens ein Mal an einer schlecht heilenden Wunde am Fuß.2

Schaufensterkrankheit

Die Schaufensterkrankheit ist ein Symptom der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (pAVK) und ist eine Durchblutungsstörung der Beine. Sie wird verursacht durch Arterienverkalkung (Arteriosklerose). Typisch sind krampfartige Beinschmerzen bei Belastung, die zum Stehenbleiben zwingen – oft vor Schaufenstern zur Kaschierung der Pause. Die Schaufensterkrankheit kann die Entstehung des diabetischen Fußsyndrom zusätzlich begünstigen. 

Weitere Folgeerkrankungen bei Diabetes

Andere Organe und Körperpartien können ebenfalls von diabetischen Folgeerkrankungen betroffen sein: Leber, Lunge, Sexualorgane, Zähne oder Haut. Auch die Psyche kann unter den Folgen von Diabetes leiden: Menschen mit Diabetes entwickeln etwa doppelt so häufig depressive Störungen wie Menschen ohne Diabetes.3

Im Artikel „Begleiterkrankungen wie Bluthochdruck oder Übergewicht bei Typ 2 Diabetes“ findest du weitere Informationen zu den verschiedenen Folgen von Diabetes.

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Und als betroffene Person hast du vieles in der Hand. Konsequente Veränderungen im Lebensstil können dazu beitragen, die eigene Gesundheit zu stärken und den Blutzuckerspiegel besser zu regulieren und dauerhaft zu senken.

Veränderungen im Lebensstil

Mit Diabetes-Schulungen, mehr Bewegung, einer Ernährungsumstellung, Stressbewältigungsstrategien und auch einer Raucherentwöhnung tust du deinem Körper etwas Gutes. In den meisten Fällen unterstützt zudem eine Gewichtsreduktion, insbesondere die Reduktion des Fetts im Bauchraum, deine Gesundheit. Alle diese Veränderungen sowie das regelmäßige Wahrnehmen von Vorsorgeuntersuchungen gehören zur wichtigsten Säule der Basis-Therapie von Typ 2 Diabetes.

Medikamentöse Therapien

Über einen veränderten Lebensstil hinaus gibt es verschiedene Behandlungsmöglichkeiten mit Medikamenten wie Antidiabetika, die dir dabei helfen, deinen Blutzuckerspiegel im Normbereich zu halten. Welche Therapie in deinem konkreten Fall am besten zu dir passt, besprichst du gemeinsam mit deinem behandelnden Arzt oder Ärztin.

Gut vorbereitet ins Arztgespräch: Leitfaden zu Begleiterkrankungen

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Häufige Fragen zu Folgeerkrankungen bei Diabetes

Welche Folgeerkrankungen können bei Diabetes auftreten?

Bei Diabetes können langfristig Folgeerkrankungen entstehen, insbesondere an Blutgefäßen und Nerven. Dazu zählen Herz‑Kreislauf‑Erkrankungen, Nierenschäden, Augenerkrankungen, Nervenschäden sowie Durchblutungsstörungen der Füße. Das Risiko steigt vor allem bei dauerhaft erhöhten Blutzuckerwerten.

Erhöht Diabetes das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall?

Ja, Diabetes erhöht das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall deutlich. Anhaltend hohe Blutzuckerwerte können die Blutgefäße schädigen und die Entstehung von Arteriosklerose begünstigen. Auch Begleitfaktoren wie Bluthochdruck und erhöhte Blutfettwerte spielen dabei eine wichtige Rolle.

Wie erkenne ich diabetische Folgeerkrankungen frühzeitig?

Diabetische Folgeerkrankungen lassen sich häufig durch regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen frühzeitig erkennen. Dazu gehören Augenarztbesuche, Kontrollen der Nierenwerte, Fußuntersuchungen sowie die Überprüfung von Blutdruck und Blutfetten. Viele Veränderungen verursachen zunächst keine Beschwerden.

Welche Organe sind bei Diabetes besonders gefährdet?

Bei Diabetes sind unter anderem Herz, Blutgefäße, Nerven, Nieren und Augen gefährdet. Auch die Füße sind durch Durchblutungsstörungen und Nervenschäden besonders anfällig. Die Auswirkungen betreffen oft mehrere Organsysteme gleichzeitig.

Kann ich Folgeerkrankungen bei Diabetes verhindern?

Das Risiko für Folgeerkrankungen lässt sich deutlich senken. Entscheidend sind eine gute Blutzuckereinstellung, die Behandlung von Begleiterkrankungen wie Bluthochdruck sowie ein gesunder Lebensstil mit ausgewogener Ernährung, regelmäßiger Bewegung und Rauchverzicht.

Hat die Diabetesdauer Einfluss auf das Risiko für Folgeerkrankungen?

Ja, eine längere Diabetesdauer erhöht grundsätzlich das Risiko für Folgeerkrankungen. Eine gute Stoffwechseleinstellung kann jedoch auch bei langjährigem Diabetes dazu beitragen, das Fortschreiten von Schäden zu verlangsamen.

Können Folgeerkrankungen bei Diabetes wieder zurückgehen?

Einige frühe Veränderungen können sich bei guter Blutzuckereinstellung und konsequenter Behandlung verbessern oder stabilisieren. Fortgeschrittene diabetische Folgeerkrankungen lassen sich meist nicht vollständig rückgängig machen, ihr Fortschreiten kann jedoch häufig verlangsamt werden.

Quellenangaben
  1. IDF Diabetes Atlas 2025. Verfügbar unter: https://diabetesatlas.org/media/uploads/sites/3/2025/04/IDF_Atlas_11th_Edition_2025.pdf  Letzter Abruf: März 2026.
  2. Diabinfo. Verfügbar unter: https://www.diabinfo.de/leben/folgeerkrankungen/fuesse.html Letzter Abruf: März 2026.
  3. Diabinfo. Verfügbar unter: https://www.diabinfo.de/leben/folgeerkrankungen/gehirn-und-psyche.html Letzter Abruf: März 2026.

DE26DI00214